Fotograf werden an der Fotoakademie-Koeln

„Es geht darum, nicht das Erwartete zu zeigen.” - Oliver Rausch, Fotoakademie-Koeln   

Aus einem Interview mit Berufsfotografen.com
 
 
Herr Rausch, Sie und Frank Dürrach sind die Leiter der Ausbildung zum Fotografen an der Fotoakademie-Koeln. Ich habe über Sie gelesen, dass Sie das Konzept einer Fotoschule aus Amsterdam nach Köln gebracht haben, woraus die Fotoschule-Koeln hervorgegangen ist. Daraus war dann wiederum die Fotoakademie-Koeln hervorgegangen. Beide Schulen gibt es parallel. Wo liegen die Unterschiede?

Oliver Rausch: Die Teilung hat zu tun mit den Bereichen, die wir an den einzelnen Schulen behandeln und auch mit den Zielgruppen, die wir ansprechen. Wir sind ja keine Fachhochschule, hatten aber mal überlegt uns akkreditieren zu lassen. Die Fotoschule-Koeln behandelt nämlich ungefähr das, was an Fachhochschulen im Grundstudium gemacht wird: grundlegende Dinge wie Technik, Studio, Farbmanagement, Photoshop, Gestaltungslehre und so weiter. Die Fotoakademie-Koeln führt dort weiter, wo die Fotoschule-Koeln aufhört, das heißt, sie lehrt in etwa die Inhalte, die im Hauptstudium einer Fachhochschule stattfinden würden.
Das „Grundstudium” ist offen für alle und das „Hauptstudium” setzt Vorwissen und eine Bewerbung voraus. Relativ viele Kunden nutzen das Angebot der Fotoschule-Koeln wie eine Volkshochschule. Sie wollen nur mal einen Kurs mitmachen. Sie wollen nicht unbedingt eine komplette Ausbildung zum Fotografen. Sie holen sich genau das Know-how, welches sie weiter bringt und setzen das in ihrem eigenen Sinne ein.

An der Fotoakademie-Koeln haben wir höhere Anforderungen an die Bewerber als Fachhochschulen, weil wir den technischen Unterbau voraussetzen. Die Bewerber müssen mit der Kamera umgehen können und sollten idealerweise bereits Erfahrung in der Bildgestaltung mitbringen. Dadurch haben wir viele Bewerber, die schon etwas älter sind und entsprechende Erfahrungen mitbringen. Grafikdesigner, Architekten oder auch Bewerber aus der schreibenden Zunft. Zudem bewerben sich aber auch viele Selbstständige aus völlig anderen Sparten, die sich aufgrund Ihrer Tätigkeiten sehr gut organisieren können.

BF: Viele Fotografieschulen werden sehr stark von Bewerbern frequentiert. Wie bewerben sich Interessenten bei Ihnen an der Fotoakademie und wie ist die Quote von Bewerbungen und Zulassungen?

Oliver Rausch: Wichtig ist der Lebenslauf. Im Gespräch und im Anschreiben wollen wir sehen, dass ein gewisser Anspruch des Bewerbers dahinter steht. Ich finde den Berufsweg wichtig. Wenn jemand schon Grafikdesign, Architektur, Marketing oder ähnliche Berufserfahrungen mitbringt, die Ihm später weiter helfen können, und derjenige eventuell sogar selbstständig gearbeitet hat, weiß ich, dass diese Person auch später auf dem Arbeitsmarkt als Fotograf besser zurechtkommt.

Fotos in der Bewerbungsmappe sind ebenso wichtig. Bilder, die technisch ganz toll, aber dafür langweilig sind, gehören nicht zu dem, was wir suchen. Wir haben ja auch einige Absolventen, die jetzt beim Stern arbeiten oder Ausstellungen machen und wichtige Preise gewinnen. Da reicht es halt nicht, wenn sich ein Bewerber als höchstes Ziel setzt Akte, Babybäuche und Hochzeiten zu fotografieren. Wir haben häufig Bewerber, die nicht wissen, was auf dem Markt geht. Die kennen nur das, was der Fotograf an der Ecke im Schaufenster hat. Manchmal können wir denen die Augen für ein viel größeres Berufsfeld des Fotografen öffnen. Andere wiederum können wir leider nicht annehmen.

Circa ein Drittel der Bewerber sucht einen Kanal, um sich auszudrücken, und die würden in der Berufspraxis als Künstler nicht überleben. Da ist es dann wichtig, dass deutlich klar wird, dass ein anderes Standbein das Überleben sichert und so der Weg offen ist, um den eigenen fotografischen Anspruch dennoch umsetzen zu können. Wir versuchen immer, eine Klasse zusammenzustellen, in der die freien Künstler und die eher marktorientierten Fotografen sich die Waage halten. Da profitieren unsere Studenten dann am meisten voneinander.

Die Praxis lehrt, dass auch Aufträge kommen, die für eine Fotografin oder einen Fotografin Neuland sind; einfach, weil die Auftraggeber ihnen es aufgrund des Portfolios oder der bisherigen Zusammenarbeit zutrauen. Dann ist es gut, wenn ein fertiger Fotograf nicht nur eine kleine Nische erlernt hat, sondern sich auch in anderen Bereichen auskennt. Das versuchen wir bereits bei der Auswahl der Bewerber zu berücksichtigen und setzen auf Diversität. Wir haben so etwa 80 Bewerbungen und vergeben 26 Plätze. Einen Platz vergeben wir immer als Stipendium, was uns wichtig ist, weil sich manche das Studium nicht leisten können, aber das nötige Talent mitbringen. Wir haben schon grandiose Stipendiaten gehabt. Letztes Jahr hat Marvin Hüttermann zum Beispiel den deutschen Nachwuchsförderpreis “gute Aussichten/junge deutsche Fotografie” gewonnen.

BF: Wie können sich Interessenten die Praxis bei Ihnen vorstellen?

Oliver Rausch: In der Akademie arbeiten wir sehr stark mit Arbeitsaufträgen. Oft mit freieren Arbeitsaufträgen, bei denen man sich wie an Kunsthochschulen austoben kann. Und dann wieder mit sehr eng gefassten Aufträgen, wie sie aus der Industrie- oder der Werbung kommen können. Dabei gilt es, eng am Kundenwunsch zu bleiben und dennoch eine eigene Handschrift zu entwickeln. Es gibt Bildbesprechungen, die sich an entsprechenden Kriterien orientieren. Hinzu kommen die Aufträge, die sich im Studio abspielen. Dort wird dann individuell auf Technik, Gestaltung und Lichtsetzung sowie praktischen Umgang mit Geräten eingegangen.

Für einige Bewerber warten im ersten Semester entsprechende Abendkurse um eventuell Lücken in der Technik oder der Gestaltungslehre zu schließen, um alle Teilnehmer möglichst schnell auf denselben Grundlevel zu bringen. Ziel von allem ist immer eine eigene Sichtweise zu entwickeln, also nicht bloß das Erwartete zu zeigen - und sich so auf dem Markt eine Nische auszugucken. Wir bekommen zudem Anfragen aus der Industrie und der Werbung, die einen Fotografen/eine Fotografin suchen. Ist eine solche Anfrage seriös, leiten wir diese immer entsprechend an unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiter.

Was auch viel vorkommt, sind Assistenzanfragen anderer Fotografen, die mit den Absolventen von Fachhochschulen öfters nicht zufrieden waren, da dort die praktische Ausbildung oft zu kurz kommt. Unsere fertigen Fotografen nehmen gerne einen Assistenten aus unserem eigenen Nachwuchs. Diese Anfragen gehen dann an unser elektronisches Schwarzes Brett. Gefragt ist in jedem Fall Eigeninitiative. Etliche unserer Aufträge sind so gestaltet, das unsere Teilnehmer für deren Umsetzung selber auf Firmen zugehen können, zum Beispiel für eine Betriebsreportage. Mit ein wenig Geschick und der passenden Bildsprache sind so die ersten Kundenkontakte gelegt. Wenn man erstmal drin ist wird man auch schnell weitergereicht. Netzwerken ist wichtig.

BF: Sie haben ja schon angedeutet, dass die Ausbildung inhaltlich nicht ohne ist. Wie viel Zeit haben die Studenten denn bei Ihnen, wenn man jetzt an ein wirtschaftsnahes Auftragsbriefing denkt? Sei es ein Werbemotiv.

Oliver Rausch: Das wäre dann im vierten Semester beispielsweise die Aufgabe, das Still eines Produktes zu präsentieren, allerdings im Hinblick auf die Markenpersönlichkeit. Das heißt, man muss sich zunächst damit auseinandersetzen, wie eine Marke wahrgenommen werden will und welche Eigenschaften sie hat. Mit welchen Mitteln kann das im Bild kommuniziert werden? Daraufhin kann Styling, Location, das Licht, der Bildaufbau und im Zweifelsfall auch noch die Typo abgestimmt werden. Das ist zwar „nur” ein Foto, aber daran lehnt sich ein großer Theorieblock Werbepsychologie. Die Studenten sollen nicht nur verstehen, was eine Marke bedeutet, sondern auch noch wahrnehmen, wie diese Marke aktuell wahrgenommen werden will, d. h. auch Tendenzen und Trends in der Markendarstellung zu erkennen.

Circa 14 solcher als Aufgaben gestellte Aufträge gibt es im Halbjahr. Das ist so viel, wie jemand, der später sein Geld damit verdienen will, im Berufsleben auch zu tun hat. Wobei nicht alle Auftäge so dezidiert und theorielastig sind. Es gibt auch freie Aufträge, die der Studierende selber gestalten kann. Er muss allerdings im Vorfeld ein in einem Konzept darlegen, wie seine derzeitige Handschrift aussieht und welche neuen Aspekte er daran lernen kann. Wir grenzen uns zu Fachhochschulen ab, weil wir nichts davon halten, das ganze Studium mit einem Minimalaufwand von sechs Projekten schaffen zu können, d. h. ein Thema ein ganzes Semester lang durchzukauen. Klar braucht man seine Zeit, aber 6 Monate für nur eine Bildserie, das muss nicht sein.

BF: Ihr Fotostudium ist ja berufsbegleitend angelegt. Unterrichtstag ist der Sonntag. Bieten Sie noch technischen Support unter der Woche an?

Oliver Rausch: Ja, wir haben ein Studio mit sehr guter Lichtausstattung das online von Montag bis Donnerstag belegt werden kann. Da ist dann immer auch ein Dozent dabei, der Hilfestellung bietet, wenn nötig. Hier müssen die Studenten unter anderem auch mit der digitalen Fachkamera arbeiten lernen. Das wird zwar im Beruf nur im Hig-End-Bereich genutzt, macht aber für die Lehre dennoch viel Sinn, um zu zeigen wie Optik und entsprechende Sensortechnik funktioniert und was vielleicht doch der Vorteil von Kleinbild und entsprechenden Tilt-Shift-Optiken ist. Wir stellen das auch deshalb zur Verfügung, weil wir davon ausgehen, dass sich junge Fotografen entsprechendes Equipment nicht leisten können aber eventuell in Ihrer Berufspraxis entsprechende Anfragen bekommen. Da ist dann die praktische Ausbildung mit solchen Geräten sehr hilfreich. Man kann sich bei uns auch mobiles Licht ausleihen. Und spezielle Kameras, wie Panoramakameras für alle, die das mal ausprobieren wollen.

BF: Wer unterrichtet die Studenten?

Oliver Rausch: Ich selber und mein Kompagnon Frank Dürrach machen den Kern. Je nach den Interessen unserer Studenten - und das ist jedes Jahr unterschiedlich - holen wir Gastdozenten für spezielle Workshops. Wolfgang Zurborn ist beispielsweise regelmäßiger Gastdozent. Wir organisieren außerdem eine Art Podiumsdiskussion, wo wir fertige Absolventen einladen, die es mit Fotografie geschafft haben und gut Geld verdienen. Erstaunlicherweise ist das bei manchen schon nach 2-3 Jahren der Fall und dann ist natürlich oft die Frage, wie machen die das, wie schaffen sie das? Die meisten “Ehemaligen” berichten dann doch immer sehr ähnliche Erfahrungen: das netzwerken wichtig ist, aus dem einen Auftrag folgt der nächste... Das ist oft sehr erhellend und beruhigend.

BF: Viele Inhalte sind ja heute auch online verfügbar. Wie wichtig ist Präsenzunterricht in Ihren Augen?

Oliver Rausch: Absolut wichtig. Es gibt ja auch Anbieter, die per E-Mail feedbacken, ich weiß gar nicht, wie ich das nennen soll… Das funktioniert nicht. Wenn man ein Bild einer Gruppe hinlegt, geht es um die Auseinandersetzung und auch um das Sehen der Reaktionen. Und ich muss auch die Möglichkeit haben zu analysieren, worauf die Reaktion zurückzuführen ist. Man muss es diskutieren und nichts kann eine Gruppe von 20 Leuten ersetzen mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen, die dir sagen, was sie in deinem Bild sehen. Daraus eine Essenz zu bilden ist ein gruppendynamischer Prozess. Erfahrungen, die man einfach machen muss, kann ich jemanden doch nicht schriftlich mitteilen. In den unterschiedlichen Bereichen muss man unterschiedlich kommunizieren und eine Reportage funktioniert anders als ein Portrait. Außerdem - wenn man sich deutsche Zeitungen anguckt, sieht man häufig das Erwartungsgemäße. Wir versuchen den Leuten aber den unerwarteten Blick oder das gegen den Strich gebürstete Bild beizubringen. Mit welchen Strategien man im Bild kommuniziert, das lernt man doch aus keinem YouTube-Filmchen.

BF: Haben Sie noch ein Labor?

Oliver Rausch: Nein, analog machen wir gar nichts mehr. Labor par excellance mit gutem Barytpapier und den Feinheiten der Optik beim Vergrößerer - bis ich einem Teilnehmer das beigebracht hätte mit allen Feinheiten, da lohnt sich der zeitliche Aufwand nicht mehr. Wir setzen, was das angeht, lieber auf Digi-Back, High-End-Farbmanagement und konzentrieren uns auf Fragen, wie beispielsweise „was macht der RAW-Konverter mit meinen Daten?”. Lieber ausgereifte Digitaltechnik mit Spezialwissen, das nicht in Büchern steht, statt Analogtechnik, die in der Praxis kaum noch eine Rolle spielt.

BF: Wie geht es weiter nach dem Fotografiestudium? Raten Sie zu einer Assistenz? Oder machen sich die meisten danach selbstständig?

Oliver Rausch: Das kommt darauf an, wie gut jemand war, welche Vorerfahrungen er mitbringt und welche Ziele er oder sie hatte. Wir bieten an, nach den ersten zwei Jahren an ein Jahr Praktikum zu machen. Das ist natürlich berufsbegleitend schwierig, deshalb nutzen das immer nur ein oder zwei Studierende pro Jahr. Der Rest macht das unterschiedlich. Manche machen den Spagat und reduzieren den Job langsam, um umzusteigen. Das funktioniert ganz gut. Andere schmeißen Ihren ehemaligen Job hin. Wie beispielsweise eine Absolventin, die im Anschluss an die Ausbildung in einem riesigen Produktfotostudio mit 20 Fotografen arbeitete, um da Erfahrungen zu sammeln. Sie ist jetzt selbständig im Bereich Reportagefotografie. Andere tun sich auch zusammen, vielleicht mit einem der schreibt und einem der Grafik macht und einem Eloquenten, der ein guter Netzwerker ist - in einer kleinen Agentur. Die Künstler bleiben oft in Ihrem alten Job und machen Fotobücher. Einige sogar sehr erfolgreich. Ich möchte hier nur Britta Strohschen und Dana Stölzgen nennen. Für interessierte haben wir alle unsere Absolventen und deren weitere Vita auf unserer Homepage zusammengestellt. So kann sich jeder ein eigenes Bild machen.

BF: Wie hat sich die Ausbildung zum Fotografen in Deutschland verändert? Es gibt ja immer mehr Quereinsteiger, dadurch, dass die Technik so einfach zu bedienen und so günstig geworden ist. Warum sollte man heute noch eine Ausbildung machen?

Oliver Rausch: Jemand, der ein Auto bedienen kann, wird nicht gleich zu einem Rennfahrer. In der Fotografie ist das ähnlich. Wirkungsvolle Bilder kommt nicht von alleine. Wir sehen das eigentlich sehr genau, dass man eine eigene Bildsprache braucht, um Kunden zu bekommen. Dass man eigentlich in Bildern kommunizieren können muss und nicht einfach nur ein schönes Standardbild produziert. Das geht weit über technische Fragestellungen hinaus.

Am Anfang des Fotografiestuiums kann ich oft beobachten, dass das Düstere zum Ausdruck kommt. Viele Teilnehmer zeigen bestimmte Themen mit Kritik nach dem Motto „die Welt ist schlimm”, aber solche trüben Bilder will sich ja keiner angucken. Mit der Erfahrung lernen die Studenten an Themen anders heranzugehen und eine Problematik auf eine sexy Weise und originell darzustellen, sodass sich der Betrachter damit auseinandersetzen mag. Wir überlegen uns ganz genau, was wir den Studenten raten und berücksichtigen dabei auch seine eigene Handschrift. Das heißt für uns: schärfen, was den jungen Fotografen, die Fotografin ausmacht, die Persönlichkeit zu stärken und die Kommunikationsfähigkeit. Die Bilder sollen sozial relevant, visuell interessant und für den Kunden brauchbar sein, das ist der Idealfall.

BF: Ihre Ausbildung gibt es jetzt seit dem Jahr 2000. Wie sehen sie den Markt für Fotoakadmien hinsichtlich der Konkurrenz?

Oliver Rausch: Konkurrenz gibt es zumindest in Berlin, wie Ostkreuz und den Lette-Verein. Hier in Köln und im ganze Rheinland gibt es keine mit uns vergleichbare Institution. Der Lette-Verein hat eine viel engere inhaltliche Ausrichtung als wir. Bei Ostkreuz kommt es vor, dass Studenten von uns da eine Masterclass machen oder auch andersrum. Es ist zudem auch eine Standortfrage und manche entscheiden sich für das Rheinland, andere gehen nach Berlin. Das führt dann später auch zu andere Kunden. Wir haben in Nordrhein-Westfalen zum Glück eine sehr vielfältige und potente Kundenstruktur. Die Fachhochschulen Dortmund und Bielefeld sehe ich noch als Konkurrenz, wobei die nicht berufsbegleitend sind und größtenteils sind die Leute dort viel jünger als unser Klientel. Wir sehen uns sehr junge Bewerber sehr genau an, weil die oft noch nicht so viel gesehen haben und auch noch nicht so viel zu erzählen haben. Einerseits gibt es also Konkurrenz, andererseits ist es auch eine Frage der Ausrichtung.

BF: Wo sehen Sie Chancen und Risiken auf dem Markt für Fotografie? Sehen Sie Video als Markt der Zukunft für Fotografen?

Oliver Rausch: Gerade Fotografie und Film ist eigentlich eine alte Diskussion. Ich war vor 25 Jahren Assistent bei einem niederländischen Fotografen, der auch Musik-Videoclips gedreht hat und das war noch zu analogen Zeiten. Die Anfragen von Kunden steigen zwar aktuell, aber das Problem ist ein altes. Das mit dem Filmen haben viele versucht, aber das alleine zu machen, wo man eigentlich ein ganzes Filmteam braucht, ist schwierig. Das liegt vielleicht auch an einer Persönlichkeitsfrage der Fotografen, nämlich wie teamtauglich diese sind. Viele sind es nicht, weil sie ihr Bild im Kopf haben und da ist die Frage, ob das mit einer Crew funktioniert. In Köln gibt es die Filmschule und die Fotoschule und ich weiß nicht, ob wir jemals fusionieren werden. Die Lehre ist eine andere. Im Film geht es um den Gedankenfluss, der getragen werden will. Ein Standbild funktioniert völlig anders. Dennoch bieten wir Film als Pro-Workshop an und ermutigen auch interessierte Studenten, das zu verfolgen. Das kann ein Marktvorteil sein. Immerhin hat ein Absolvent eine rein filmische Diplomarbeit abgeliefert.

BF: Vielen Dank für das Interview, Herr Rausch.

Das gesamte Originalinterview von Berufsfotografen.com : "Fotograf werden an der Fotoakademie-Koeln"